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Achtung, Lebensgefahr: Was tun, wenn Kinder und Tiere bei Hitze im Auto eingeschlossen sind?

Am letzten Wochenende zeigte das Thermometer mancherorts fast 40 Grad. Auch die nächsten Tage werden österreichweit überwiegend hitzig. Das kann gerade im Auto lebensgefährlich werden. Bei extremer Hitze kann die Temperatur in parkenden Autos innerhalb kurzer Zeit auf bis zu 50 Grad und mehr steigen – und das auch bei leicht geöffnetem Fenster. Wenn dann ein Kind oder ein Haustier eingeschlossen sind, kann die Situation schnell lebensbedrohlich werden. Doch wie handeln aufmerksame Passanten in solch einem Notfall schnell und richtig?

Wien, 22. Juni 2022. Sollte ein Tier oder ein Kind bei extremer Hitze in einem geschlossenen Auto sitzen, zählt jede Sekunde: Wenn die Fahrerin oder der Fahrer in der näheren Umgebung nicht auffindbar ist, müssen Passanten unbedingt die Feuerwehr oder die Polizei verständigen. Wenn das Kind oder das Tier bereits gesundheitlich angeschlagen oder ohnmächtig ist, ist schnelles Handeln gefragt: Die Scheibe muss eingeschlagen werden. Aber ist das erlaubt? Ja, definitiv. Das Einschlagen einer Scheibe in einem solchen Notfall zieht keinerlei rechtliche Konsequenzen nach sich. Vielmehr ist man sogar verpflichtet, in einem solchen Fall, Hilfe zu leisten. Dennoch sollte man die Situation per Foto oder Video dokumentieren und, wenn möglich, andere Passanten als Zeugen hinzuziehen.

Damit man weder sich selbst noch die Insassen verletzt, gibt es einige Maßnahmen, die man bei der Rettungsaktion befolgen sollte. Zum eigenen Schutz sollte man idealerweise Handschuhe anziehen oder zumindest Hände und Unterarm mit einer Jacke oder einem Handtuch umwickeln, um sich nicht an den Scherben zu verletzen.

Carglass®-Experte Roland Wilkes empfiehlt zudem, sich nicht an Heck- oder Frontscheibe, sondern an der Fahrzeugseite zu versuchen: „Entscheiden Sie sich am besten für die Seitenscheibe, die möglichst weit von den Insassen entfernt ist. Schlagen Sie diese nahe am Rand mit einem spitzen Gegenstand wie einem Hammer oder einem spitzen Stein ein. So fliegen die Glassplitter nicht so weit und durch die Vorspannung des Glases wird die Scheibe komplett zerstört." Dabei sollte unbedingt das Gesicht abgewendet werden, rät Roland Wilkes.

Gut zu wissen: Die zusätzliche Luftzufuhr durch die zerstörte Scheibe allein reicht nicht. Gerade Kindersitze verhindern oft die Luftzirkulation und bis zur Pubertät haben Kinder ohnehin einen deutlich schlechteren Wärmeaustausch als Erwachsene. Die Insassen sollten als schnellstmöglich aus dem Fahrzeug befreit werden, sofern die Einsatzkräfte noch nicht vor Ort sind. Um das Kind oder das Tier schnellstmöglich zu retten, müssen auch die Scherben am Innenrand des Fensters gründlich entfernt werden, damit eine Verletzung beim Durchgreifen und Öffnen der Autotür vermieden wird. „Lässt sich die Tür per Hineingreifen nicht öffnen, müssen Kinder oder Tiere vorsichtig durch das eingeschlagene Fenster geborgen werden“, erklärt Roland Wilkes. Anschließend sollten sie draußen schnell in den Schatten gebracht und mit Wasser versorgt werden, bis Polizei und Rettungsdienste eintreffen.

Um das Fahrzeug im Anschluss der Rettungsaktion gegen Diebstahl zu sichern, bietet Carglass® – wie auch im Falle eines Einbruchs — eine sogenannte Notverglasung an. „Die provisorische Kunststoffscheibe sichert das Auto, bis eine neue Seitenscheibe eingesetzt wird“, so Wilkes. Dennoch sollte es gar nicht erst so weit kommen, dass Kinder und Tiere im Auto zurückgelassen werden. „Nichts kann so wichtig sein, dass man dieses Risiko in Kauf nimmt“, betont Wilkes.

Über Carglass®
Carglass® ist Spezialist für die Reparatur und den Neueinbau von Fahrzeugglas inklusive der Rekalibrierung von Fahrerassistenzsystemen. In Österreich beschäftigt Carglass® rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ist mit seinen Service-Centern flächendeckend vertreten.

Das Unternehmen gehört zur internationalen Belron-Familie. Belron ist weltweit das größte auf die Behebung von Fahrzeugglasschäden spezialisierte Unternehmen. Die Gruppe beschäftigt weltweit in etwa 26.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von denen mehr als die Hälfte hochqualifizierte Monteure sind, und ist in 35 Ländern auf sechs Kontinenten aktiv.