Fahrzeugglas-Wissen

Die ersten Autos hatten keine Windschutzscheibe, die Fahrer schützten sich mit Brillen vor Wind, Regen, Schmutz und Insekten. Zum Schutz vor den Elementen setzten die Hersteller anfangs eine einfache Glasscheibe ein. Nachteil: Bei einem Unfall zerbrachen diese Windschutzscheiben und stellten eine große Gefahr für die Insassen dar.

 

 

Das Einscheibensicherheitsglas (ESG) ist eine Weiterentwicklung, die Wärmebehandlung bei der Herstellung macht das Glas stoß- und schlagfester. ESG kommt seit Jahrzehnten bei Seitenscheiben zum Einsatz, bei Bruch zerfällt es in kleine Scherben. Dies verhindert wirksam Schnitt- und Stoßverletzungen.

 

 

Die Lösung für die Frontscheibe: laminiertes Glas mit noch besseren Sicherheitsmerkmalen. Heutige Windschutzscheiben sind Verbundglas-Sicherheitsscheiben (VSG) – zahlreiche Länder einschließlich Österreich schreiben diese vor. Eine reißfeste Folie verbindet dabei zwei Glasscheiben miteinander.

Aus diesem Materialmix besteht eine Windschutzscheibe

Die Ausgangsstoffe für die Herstellung von Glas sind Quarzsand, Natriumcarbonat, Dolomit, Kalkstein, Bruchglas und Wasser. Quarz besteht aus Siliziumdioxid, einem natürlichen Mineral. Mit 60 bis 70 Prozent der Gesamtmenge ist es der bedeutendste Inhaltsstoff. Der Kalkstein erhöht die Haltbarkeit. Zusammen mit etwas Wasser werden die Ausgangsstoffe stark erhitzt und verbinden sich beim Schmelzvorgang zum neuen Material: dem Glas.

 

Die drei Schichten der Windschutzscheibe

Trifft ein Stein auf die Windschutzscheibe, dürfen weder Glassplitter durch die Luft fliegen, noch darf das Glas zertrümmern oder der Stein eindringen. Daher besteht die moderne Windschutzscheibe aus drei Schichten: der inneren Schicht aus Polyvinylbutyral und den zwei Deckschichten aus Klarglas. Bei einem Steinschlag ist der Schaden dann auf die außen liegende Glasschicht begrenzt.

 

Die Windschutzscheibe: Herstellung nach dem Schwimmverfahren

Vier Phasen sind für die Produktion notwendig:

  1. Die Kaltbearbeitung
  2. Das Biegen
  3. Das Verbinden
  4. Die Endbearbeitung


Das Herstellungsverfahren verdankt der Prozedur seinen Namen: Nach der Produktion flüssigen Glases fließt dieses im ersten Schritt auf eine dünne Schicht aus geschmolzenem Zinn. Das flüssige Glas schwimmt auf der Zinnschicht, daher der Name „Schwimmverfahren“ (Floatglas). Die flüssige Glasbahn kommt in den Kühlofen, hier entsteht das Rohglas. Jetzt wird das Glas widerstandsfähig gemacht und gehärtet.

 

 

Das Scheibenpaar legt man zur VSG-Herstellung im zweiten Schritt übereinander und biegt es paarweise.

 

 

Im dritten Schritt wird eine Folie aus Polyvinylbutyral (PVB) zwischen die beiden Gläser gelegt. Der Verbund wird erhitzt und vakuumiert, das PVB ist jetzt transparent und aus den einzelnen Lagen entsteht die Verbund-Sicherheitsscheibe. Für die erwünschte Splittersicherheit ist das PVB verantwortlich.

 

 

Im letzten Schritt folgt die „optoelektronische“ Kontrolle in einer Prüfkabine, die Vorgaben durch die Spezifikationen sind sehr streng.

 

 

Die Herstellung der Windschutzscheibe ist abgeschlossen und sie kann mithilfe von Primern, Kleb- und Dichtstoffen eingebaut werden.

Zunächst sollten Sie Ihre Versicherung kontaktieren und den Schaden melden. Dort wird man Sie umfassend beraten. Mit der Meldung des Hagelschadens bei Ihrer Versicherung erhalten Sie in der Regel eine Schadennummer und die Adresse eines Gutachters.

Um die Sicht nicht zu beeinträchtigen und zur besseren Übersicht müssen ungültige Vignetten von der Windschutzscheibe entfernt werden. Aber wie lassen sich die Vignetten richtig entfernen?

 

 

Damit Vignetten nicht ausgetauscht und an mehreren Fahrzeugen verwendet werden können, sind sie mit einer flächendeckenden Klebefolie versehen und lassen sich nach dem Aufkleben nicht mehr zerstörungsfrei entfernen. Aus diesem Grund dürfen die Vignetten auch nicht mit Hilfsmitteln wie Klebestreifen oder Klebefolien angebracht werden.

 

 

Wenn Sie versuchen, die Vignette abzuziehen, löst sie sich nur in Einzelteilen, während andere Teile ausgesprochen fest an der Scheibe kleben. Da die Windschutzscheibe des Autos bei der Entfernung der Vignette nicht zerkratzt werden darf, eignen sich Hilfsmittel wie Topfkratzer oder Kratzschwämme nicht für diesen Zweck.

 

 

Zur rückstandsfreien Entfernung der Vignette ohne Beschädigung des Untergrundes stehen spezielle Hilfsmittel zur Verfügung. Beliebt für diesen Zweck ist der Vignettenschaber. Das kleine Werkzeug ist für wenige Euro erhältlich. Der Schaber funktioniert ähnlich wie ein Reinigungsschaber für Cerankochfelder. Bei vorsichtiger Anwendung können Sie auch diesen zur Beseitigung der Vignette verwenden.

 

 

Kratzen Sie einfach vorsichtig mit dem Schaber über die Scheibe, bis alle Teile der Vignette entfernt sind. Eine anschließende Reinigung mit einem Glasreiniger sorgt wieder für eine saubere Fläche zum Aufkleben der neuen Vignette.

Eine Vignette, die mit Klebestreifen, Folien oder anderen Klebstoffen am Fahrzeug befestigt ist oder einfach nur mitgeführt wird, ist ungültig. Sie muss daher zwingend mit ihrer Klebefläche von innen auf die Windschutzscheibe geklebt werden. Ideal ist die linke obere Ecke oder im Bereich hinter dem Rückspiegel, denn die Vignette darf nicht das Sichtfeld des Fahrers beeinträchtigen. Sie darf jedoch nicht im Bereich eines Tönungsstreifens angebracht werden, da sie dann von außen nicht sichtbar wäre.

Um die Vignette sicher auf der Innenseite der Windschutzscheibe anzubringen, muss die Stelle staub- und fettfrei sein. Dann wird die vordere Schutzfolie von der Vignette abgezogen und der Aufkleber mit der bedruckten Seite in die Autoscheibe geklebt.

Wenn Sie durch mehrere Länder mit Vignettenpflicht reisen, haben Sie die Möglichkeit, in jede Ecke der Windschutzscheibe eine Vignette zu kleben sowie hinter den Rückspiegel. Wichtig ist, dass die Vignetten das Sichtfeld nicht beeinträchtigen.

Bei einem Motorrad ist es nicht immer möglich, die Vignette von innen an einer Scheibe zu befestigen. Zur Lösung des Problems stehen daher Vignetten mit einer rückseitigen Klebefläche zur Verfügung. An Motorrädern müssen Vignetten an dauerhaft befestigten Fahrzeugteilen aufgeklebt werden, zum Beispiel an der Gabel oder im vorderen Bereich der Verkleidung, sodass sie von vorn sichtbar sind. An auswechselbaren Teilen, zum Beispiel an Gepäcksystemen oder am Sturzhelm, ist die Vignette ungültig.

Autohersteller sowie Hersteller von Fahrzeugglas bringen einen Grünkeil oder Graukeil in die Windschutzscheibe ein, um auf diese Weise die Sonneneinstrahlung und die damit verbundene Erwärmung des Fahrzeugs zu reduzieren. Der Blendschutzkeil reduziert die Blendwirkung der Sonne, ohne dabei den Sichtbereich des Fahrers zu beeinträchtigen. Teilweise gehört der Grün-, Blau- oder Graukeil an der Autoscheibe zur Serienausstattung, bei anderen Fahrzeugen wird er im Rahmen einer sogenannten Klimakomfort-Frontscheibe als Sonderausstattung angeboten. Sofern die Windschutzscheibe Ihres PKW nicht serienmäßig mit einer Sonnenschutz-Scheibe mit Farbkeil ausgestattet ist, besteht die Möglichkeit der Nachrüstung.

Den Grünkeil, Blaukeil oder Graukeil einer Windschutzscheibe erkennen Sie am oberen Rand. Speziell bei getönten Frontscheiben wird die stärkere Tönung des Randbereichs oft erst bei genauer Betrachtung deutlich. Der Farbkeil, der in den meisten Fällen grün, grau oder blau und auf die Scheibentönung sowie die Fahrzeuglackierung abgestimmt ist, erstreckt sich über die gesamte Breite der Windschutzscheibe und ist etwa zehn Zentimeter hoch. Dabei wird die Tönung des Blendschutzstreifens zum Rand hin schwächer. Auch ein werkseitig in die Frontscheibe integrierter Farbkeil ist nur im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zulässig und darf daher das Sichtfeld des Fahrers nicht beeinträchtigen. Eine Rundumsicht in einem Halbkreis von 180 Grad muss jederzeit uneingeschränkt möglich sein. Zudem darf die Fläche des eingefärbten Bereichs insgesamt nicht mehr als 0,1 Quadratmeter betragen. Die Höhe des Grün-, Grau- oder Blaukeils ist daher auch abhängig von der Gesamtbreite der Windschutzscheibe.

Sofern die Frontscheibe Ihres Autos nicht über einen Farbkeil verfügt, haben Sie die Möglichkeit, diesen nachzurüsten. Die Nachrüstung bietet sich zum Beispiel an, wenn Sie nach einem Steinschlag oder einem anderen Schaden eine neue Windschutzscheibe benötigen. Sie können dann anstelle einer einfachen Scheibe ein Modell mit Farbkeil wählen. Ob Sie sich für einen Grün-, Blau- oder Graukeil entscheiden, hängt von Ihrer persönlichen Vorliebe ab. Im Idealfall harmoniert der Farbkeil mit der Fahrzeugfarbe. Außerdem besteht die Möglichkeit, Ihre vorhandene Windschutzscheibe nachträglich mit einem Farbkeil durch eine Blendschutzfolie zu versehen. Zahlreiche Hersteller bieten Blendschutzfolien für Farbkeile in verschiedenen Farben an, die Sie selbst anbringen können. Dabei sind unbedingt die Vorgaben für das freie Sichtfeld des Fahrers einzuhalten.

Die Windschutzscheibe eines Autos wird ständig stark beansprucht. Kratzer lassen sich auf die Dauer also kaum vermeiden. Sie werden unter anderem verursacht durch aufgewirbelte Gegenstände, Schmutzpartikel unter den Scheibenwischern, überalterte Scheibenwischer mit harten Gummilippen oder Eiskratzer.

 

 

Kratzer können im Dunklen und bei schlechtem Wetter zu einer schlechteren Sicht führen und die Blendwirkung entgegenkommender Fahrzeuge verstärken. Deshalb gilt: Kratzer an der Windschutzscheibe prüfen lassen!

 

 

Muss die Scheibe ausgetauscht werden, wenn sie Kratzer aufweist?

Ein kompletter Austausch der Windschutzscheibe durch einen Fachbetrieb wie Carglass® ist erst dann notwendig, wenn es bereits zu Rissbildungen gekommen ist.

Wir versuchen immer zuerst, den Steinschlag zu reparieren. Nur wenn eine Reparatur nicht mehr möglich ist, tauschen wir die beschädigte Windschutzscheibe aus.

 

 

Vor dem Austausch einer Windschutzscheibe muss das Fahrzeug zunächst entsprechend präpariert werden. Dafür werden im Innenraum Sitz-und Fußraumschoner sowie außen Schutzmatten und Klebebandabdeckungen befestigt, um den Lack zu schützen. Anschließend werden die Scheibenwischer und die vordere Abdeckung unterhalb der Windschutzscheibe manuell entfernt.

 

 

Dann schneidet der Monteur die Dichtungen und die Dichtungsmasse fachmännisch heraus und entfernt die beschädigte Windschutzscheibe. Die Carglass®-Monteure benutzen dazu auch hier ein eigens von Belron® Technical entwickeltes, patentiertes mechanisches Schneidewerkzeug namens Ezi-Wire®. Mit Hilfe dieses Werkzeugs können die Monteure alle unterschiedlichen Arten von Windschutzscheiben einfach, sauber und sicher ausbauen.

 

 

Nach dem Entfernen der beschädigten Scheibe behandelt der Monteur den Rahmen mit einer speziellen Grundierung vor. Wenn die Grundierung ausgetrocknet ist, trägt der Fachmann einen Spezialkleber auf die neue Windschutzscheibe auf, der für einen zuverlässigen Halt sorgt.

 

 

Zuletzt setzt der Monteur die neue Scheibe vorsichtig in den Rahmen ein und bringt die vorher entfernten Originalleisten wieder an. Auch für das Einsetzen der Windschutzscheibe hat Belron® Technical ein spezielles Werkzeug entwickelt, mit dem das Einsetzen der Scheibe kraftschonend und einfach erfolgen kann: den Scheibenlifter 1-Tek®. Dieser wird vorwiegend von den Monteuren des mobilen Service von Carglass® eingesetzt, denn der ermöglicht es, dass ein einzelner Monteur ohne fremde Hilfe die Windschutzscheibe einsetzen kann. Der Kleber muss anschließend ca. 60 Minuten aushärten, in dieser Zeit sollte das Fahrzeug nicht bewegt werden. Danach ist das Fahrzeug wieder fahrbereit.